Heldinnen und Helden der Verschwendung? Menschen, die einen sorglosen bis sinnfreien, dafür spektakulären und verführerischen Umgang mit ihren Ressourcen pflegen, kann man die noch bewundern, bestaunen, sich von ihnen verzaubern lassen? Darf man einen Wert in ihrem Tun und ihren Schöpfungen entdecken? Steht Opulenz nicht unter Generalverdacht: protzig, kitschig, neureich, unökologisch? Empfindet unser Less-is-more-Blick barock ausstaffierte Interieurs wie in Dubai oder asiatischen Metropolen nicht zwangsläufig als geschmacklos? Und fürchten wir bei knallig bunten Farben, Ornamenten, Bling-Bling und Las-Vegas-Style nicht gleich erhöhtes Gehirnerweichungsrisiko? Doch schwindelerregend hochpreisige Schlichtheit, die unschuldig, nachhaltig und achtsam daherkommt und das gute Gewissen als neuen Luxus verkauft, ist eben auch nur die andere Seite der gleichen Medaille. Vernünftig, komfortabel und beruhigend vielleicht, oft auch attraktiv, erregend oder sogar herausfordernd eher nie, schlimmstenfalls ein bisschen freudlos. Ein Dasein…
