Re-Recorded And Reimagined“, neu aufgenommen und erdacht, ist eher Warnung als Anreiz. Es steht dafür, Stücke, die im Original kantig, temporeich oder krachig sind, zu verwässern, zu reduzieren oder zu modernisieren. Bespiele für dieses Vorgehen – Bryan Adams, Taylor Swift, Fanta 4 – füllen die Grabbelkisten der Elektro-Supermärkte. Bei U2 liegt der Fall anders: Was als Begleitung zu Bonos Biografie „Surrender – 40 Songs, One Story“ begann, ist ein gelungenes Experiment. Eben die Überlegung: Wie würden Songs aus einer 45-jährigen Karriere klingen, wenn die Band sie jetzt, mit Anfang 60, aufnehmen würde – ohne jugendlich-punkigen Spirit, ohne E-Gitarren, ohne polternde Drums? Dafür mit Klavier, akustischer Gitarre, Keyboards und mitunter Streichern wie Bläsern? Ein Ansatz, der gerade beim Material der späten 80er/frühen 90er – „Who’s Gonna Ride Your Wild Horses“, „Still…